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Angra Mainyu - Versunkenheit

Band: Angra Mainyu Title: Versunkenheit Year: 2007 Format: CD & DigiPak ( limitation unknonwn )
Label: Haunter Of The Dark Style: Total Cold & Depressive Black Metal

 

Review: German Version
Kaum eine Institution, die dem missmutigeren Schwarzmetall zuzuschreiben ist, geht nicht sofort in die Vollen und suhlt sich nicht in endzeitlichen Visionen, die nur den einen bekannten Ausweg kennen. Viel zu selten werden die "harmloseren" Versionen von Schwermut, Antriebslosigkeit oder alles verschlingender Angst thematisiert. Aktives Leiden kann, so banal es vielleicht klingen mag, herrlich erfrischend sein, mit einem winzigen Funken Lebensmut (Hoffnung?) wird die ganze Sache noch erquickender. Das hiesige Projekt weiß um die perverse Magie solcher Zustände und verarbeitet sie auch dementsprechend wortkarg, sodass einem beim Lesen nicht nur einmal der kalte Schauer in die Knie zwingt.
Ummantelt werden diese erschreckend nüchtern verfassten Abhandlungen mit typisch fragilen Gitarrenwänden, einem ohrenscheinlich echten Schlagzeug sowie gegen Ende hin einer angenehm erdrückenden Synthie-Melange, welche im letzten Stück zu voller Größe mutiert. Allgemein betrachtet versprüht "Versunkenheit" eine beispiellos zermürbende, wahrlich in sich gekehrte Atmosphäre, deren melodische Spannweite zwar keine Überraschungen birgt, ihrem ursprünglichen Sinn und Zweck jedoch mehr als nur nachkommt: In einem Zeitrahmen von durchschnittlich sechs Minuten nimmt ein nachvollziehbarer Rifffluss seinen Lauf, ab und zu finden schleppende Zwischenpassagen den Weg ins treibende Geschehen. Vor hymnisch anmutenden Momenten schrecken Angra Mainyu genauso wenig zurück wie vor stellenweise humpelnden Anfängen, die aufgrund ihres unnatürlichen Taktes sofort an das übliche Software-Verbrechen bestimmter Ein-Mann-Schandtaten erinnern. Doch zum Glück verlieren sich die Stücke zu keiner Zeit in solchen Gefilden, selbst das viertelstündige Epos "Lethargie" verfolgt trotz allerlei (gelungener und passend dargebrachter) Ausschweifungen eine klare, organische Linie, durch die der Hörer gelotst wird.
Da macht "Versunkenheit" schon fast wieder "Spaß". Ideen werden nicht unnötig ausgewälzt, alles scheint wohl durchdacht und gediegen. Wirklich eigenständig klingt das Ganze zwar nur sehr vereinzelt (des Öfteren werden Erinnerungen an Wigrids zweiten Langläufer wach), aber damit kann ich wirklich gut leben. Die Aufmachung könnte ebenfalls kaum besser sein, also was haltet euch noch davon auf, sich das Teil zuzulegen?

(8/10) in Worte gefasst von Amikkus

 

Review: English Version

There is hardly one single band in the depressive tube of Black Metal that doesn't go to the fullest and doesn't bath in endtime visions which only have that one known way out. The more harmless versions of gloom, lethargy or all-consuming fear gets thematized way too rarely. As banal as it may sound like: Active suffering can be deliciously refreshing; combined with a tiny little spark of the courage to face life (even hope?), the whole thing gets even more revitalising. This very project here knows about that perverted magic of such situations and therefore deals with it in an uneloquent way, so that one gets the creeps not only once while reading them.
This alarmingly unemotionally written tracts are surrounded by typically fragile guitar walls, a seemingly real drum-kit and (towards the end) a pleasantly crushing synthesizer melange which mutates in the last track to its real size. Generally speaking, "Versunkenheit" spreads a matchlessly gruelling, truly introverted atmosphere which melodic range surely holds no surprises, but more than just complies with its primal sense: Within an average timeframe of six minutes, a comprehensible riff stream takes its course; here and there, slow in-between passages find their way into the impulsive scenery. While proceeding like this, Angra Mainyu doesn't shrink away from both hymn-like moments and partly hobbling beginnings which immediately remind me of the usual software crimes of certain one-man-outrages because of their unnatural timing. But fortunately, the songs don't loose themselves in such areas, even the 15-minutes epos "Lethargie" pursues one clear and organic aim through which the listener gets seen, despite all the (well-done and suitably performed) debaucheries.
Given that, "Versunkenheit" is some kind of "fun" again. Ideas don't get worn out, everything on here seems elaborate and solid. Although the whole thing sounds not really unique (memories of Wigrids second full-lengther flash up many a time), but I can really live with that. The apperance couldn't be much better either, so what holds you up purchasing this piece?

(8/10) translated by Amikkus