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Austere
/ Lyrinx -
Split
Band:
Austere / Lyrinx Title:
Split Year:
2008
Format:
MC/CD
( tape limited to 500 copies)
Label:
Choirs Of Delusion/Eerie
Art Records
Style:
Misanthropic
& Depressive Black Metal
Review:
German Version
Mittlerweile
genießen Gemeinschaftstonträger ja auch meine
persönliche Anerkennung. Natürlich erscheint
nach wie vor viel, viel Mist, und ein beachtlicher Teil
dessen stellt sich mit ebenjenen Split-Geschichten. Ehrlich
gesagt, dachte ich anfänglich auch, dass die australischen
Austere erneut ein eher belangloser Versuch sind, Lebensdepression
und Seelenklage zu vertonen; man ist heute einfach voreingenommen
gegenüber dieser Sparte, auch wenn mit Lyrinx ein
viel versprechender Partner mit aufläuft.
Aber im absoluten Kontrast meiner Erwartungen gesellen
sich Austere genau zu jenen wenigen Projekten, die hörens-
und beachtenswert sind, die man in der Masse aller Pseudo-Ritzer
wirklich schätzen sollte. Ein simpler, schallreicher
Gitarren-Vier-Klang ertönt und erfüllt sogleich
den Raum mit einer vakuumartigen Leere, die einen ohne
weitere Latenz hinabzieht. In die Stille schallt das Rhythmusspiel,
und bald schon bricht er los, der große Akt völliger
Verzweiflung. Schwebende und mit viel Hall bedeckte Gitarren
gleiten mit äußerst trauriger Miene voran,
werden bisweilen von hohen und spitzen, gar gequälten
Schreien umschlungen, die in reinster Hoffnungslosigkeit
versinken. Dabei beherrscht Austere die selten gewordene
Kunst der Höhepunktfindung, welche hier wirklich
vorzügliche Ausführungen erfährt. Denn
mittels jener ist ein großer Teil der erstaunlichen
musikalischen Effizienz, der Wirksamkeit, die tief und
verletzend eindringt, und der Eigenständigkeit konstant
zu halten. Ein langer und blutroter Faden zieht sich durch
die beiden schweren Stücke, die gegensätzlich
zu vielen anderen ein eher dezimiertes Beharren auf Monotonie
aufweisen. Erstaunlicherweise schwillt im Gesamtklang
mit der Zeit eine wärmende Aura an, die anfänglich
schon fast einladend wirkt, dann jedoch ihre tiefe Abgründigkeit
offenbart und den wehrlosen Hörer mitreißt
– und fest umklammert. Und somit: Ein formidabler
Streich musikalisch dokumentierten Lebensüberdrusses,
der keinen Hoffnungsschimmer zurücklässt. (8.5
Punkte)
Differierend zu diesen hallenden Säulen der Schwermut
reiht sich Lyrinx allerdings mit weitaus trockenerem Klang
ein, der auf den ersten, zweiten und auch auf den dritten
Blick auf absolute Ereignislosigkeit fixiert scheint,
von vornherein jedoch einen ausgeprägten Hang zu
anspruchsvollem Drumming beherbergt. Nichtsdestoweniger
kommt man hier nur sehr schwerfällig und langsam
voran; nicht im Sinne von Tempo, sondern im Sinne der
musikalischen Entfaltung. So gesehen schafft sich Lyrinx
mit den beiden Stücken ein jeweils hervorragendes
Fundament, jedoch mangelt es diesem an Detailreichtum,
was wohl der Grund dafür sein dürfte, dass sich
bis zu einem bestimmten, weit entfernten Punkt alles extrem
langwierig und träge verhält. Wer jedoch die
große Hürde des schon fast überspannten
Geduldsfadens überwindet, dem erschließt sich
ein ganz neuer Pfad. Da avanciert der monotone Ansatz
nämlich zur musikalischen Verkörperung völliger
Leere und blanker Bedeutungslosigkeit, die hinter tiefgrauen
Schleiern die Welt bis zur Nichtigkeit verschwimmen lässt.
Dazu winden sich aversionsgetränkte, hasserfüllte,
leidvolle Schreie, die mit Regelmäßigkeit in
den zähen Hergang einschneiden und zuvor nur bedingt
mit Intensität assoziiert wurden. Das passend weiche
und stets mit viel Freiraum versehene Bassspiel ergänzt
dabei mit melancholischem Charakter das tragische Spiel
der Selbstentwertung. Doch warum ließ diese Entfaltung
nur so lange auf sich warten? (7.5 Punkte)
Fazit: Nach vielen Momenten des Gleichmuts
und der Ungeduld beweist sich jene zuvor völlig unterschätzte
Split doch noch als äußerst intensives Trauerspiel,
das es nicht leicht haben wird, seinesgleichen zu finden.
(8/10)
in Worte gefasst von Frostkrieg
Meanwhile,
these collaboration-releases relish also my personal
acceptance. Certainly, there’s still a lot of
crap being published, and a noticeable part of that
is embodied by this split-stories. To tell you the truth,
I really thought that the Australian Austere again are
nothing else than a trivial try to record life’s
depression and the sorrows of the soul; nowadays one
simply is biased towards this section, even if with
Lyrinx a quite promising partner accrues.
But in absolute contrast to my expectations Austere
belong to yon few projects, which are worth-listening
and –attending, which one should really esteem
in this mass of pseudo-scribers. A simple, reverb-rich
guitar resounds and abruptly fills the room with a vacuum-like
emptiness, which without any further latency drags one
down. Into this silence the rhythm sounds, and soon
it breaks out, the huge act of absolute desperation.
Floating and with much reverb covered guitars glide
along with acutely sad faces, sometimes are embraced
by high and sharp, even tortured screams, which drown
in purest hopelessness. Thereby, Austere proves to be
a master of the seldom art of finding the absolute acme,
which here really experiences some excellent makes.
Because, by dint of yon a great part of astonishing
musical efficiency, effectiveness, which pervades deep
and hurting, and individuality can be kept constant.
A long and blood-red fibre takes course through both
grievous pieces, which oppositional to others feature
a rather decimated insistence on monotony. Curiously,
by-and-by a warming aura bulges in the overall-sound,
which initially almost acts inviting, but then reveals
its deep abyss and drags the defenceless listener along
– and clutches him heavily. And thus: A formidable
strike of musically documented weariness of life, which
leaves no single gleam of hope. (8.5 points)
Differing to these clanging columns of megrim Lyrinx
otherwise queues up with a much more dry sound, which
at first sight, at second and also at third sight seems
to be fixated on absolute uneventfulness, but from the
beginning on accommodates a distinctive addiction to
demanding drum-work. Nevertheless, it only gets forward
very clumsy and slowly; not in the sense of tempo, but
in the sense of musical evolvement. So-viewed, Lyrinx
with these two songs creates a particular outstanding
fundament, but this lacks of detail-richness, what might
be the reason for the fact that up to a certain point
everything is suchlike longsome and lethargic. But who
is able to surmount the huge hurdle of over-spanned
endurance will discover absolutely new paths. Namely,
the monotonous appendage advances to a musical embodiment
of full emptiness and blank meaninglessness, which behind
deep-grey veils lets melt the world up to nothingness.
In addition, aversion-drenched, hate-filled, painful
vocals, which with frequency cut into the viscous course
of events and before only limited where associated with
intensity. The suiting mellow and steadily furnished
with much free-space bass-play thereby complements the
tragic act of self-devaluation with a melancholic character.
But why this evolvement was that long time coming? (7.5
points)
Conclusion: After many moments of stoicism
and impatience yon before fully underrated split proves
to be an acutely intensive fiasco, which won’t
have it soft to find one’s peers.
(8/10)
translated by
Frostkrieg
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