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EgoNoir - A New Philosophical Thunder

Year: 2009 Format: MCD (limited to 1000 copies)
Label: Temple Of Torturous Style: Dark & Philosophical Black Metal

 

Review: German Version
Eigenständig und atmosphärisch präsentiert sich der neue knapp halbstündige Auswurf EgoNoirs. Dass BinZynisch, der alleinige Klangkünstler hinter diesem musikalischen Projekt, andere Ambitionen hegt, als sich dem blasphemischen Preisen des Gehörnten hinzugeben, legt schon der Titel dieses kleinen Werkes nahe. Pseudo-intellektuelle, gezwungen wirkende Exkursionen in die verschwurbelten Gedankenwelten eines Nachwuchsphilosophen sind jedoch genauso wenig zu befürchten. Vielmehr tritt „A New Philosophical Thunder“ die Gratwanderung zwischen obskur-sinistrer Atmosphäre und harscher, schwarzmetallischer Kälte an.
Als Einleitung fungiert das Titellied, welches einerseits von Wind- und Regeneinspielern unterlegte Pianoparts und andererseits ein verrauschtes, mit schleppenden, chorartigen Gesängen versehenes, eher ungemütliches Mittelstück zu bieten hat. Auch zwei Sprachsamples sind hier (wie auch in den folgenden Stücken) vertreten und tun ihr Übriges, um der Stimmung Würze zu verleihen.
Die nun sich aufreihenden Kompositionen bilden gewissermaßen das raue Mark von „A New Philosophical Thunder“. Obwohl sie sich in ihrer Machart freilich unterscheiden, lassen sich dennoch gewisse gemeinsame Merkmale erkennen. Zum einen ist dies das eher im mittleren bis unteren Geschwindigkeitsbereich gehaltene Tempo, zum anderen die stimmliche Darbietung, die im Wesentlichen zwischen teils sehr hohem Kreischen und jenem bereits erwähnten, dunkel-rauschigen und chorgleichen Gesang changiert. Weitere unerlässliche Beigaben sind die ebenfalls schon angesprochenen Samples, vor allem jedoch das Keyboard, welches hier einen ganz essenziellen Dienst im Sinne der Kreation einer entrückten, wahnsinnigen Stimmung leistet.
Eines der drei Hauptstücke soll an dieser Stelle hingegen gesondert hervorgehoben werden, denn „In dunklen Hallen“ ist das mit Abstand finsterste und fesselndste Lied dieses Werkes. Ohne großartige Extravaganzen auskommend, weiß die Trias aus Gesang, Gitarren und Synthetik eine albtraumhafte, surreale Stimmung hervorzurufen, der ein Zitat aus dem zugehörigen Text sehr treffend entspricht: „Starr und leblos sind jene Mauern / erbaut aus den Knochen der Alten/ [...] / Wie vergänglich erscheint alles Leben / wie ewig der Hass in diesen Hallen“.
Abgeschlossen wird „A New Philosophical Thunder“ mit einem Ambientstück, das einmal mehr mit Spracheinspielern und den bereits bekannten Unwettersamples ergänzt wird. Gegen Ende legt sich darüber noch ein Auszug aus Giuseppe Verdis Oper "Nabucco" und entlassen wird der Rezipient mit den verstörenden, von einer jung wirkenden Frauenstimme gesprochenen Worten: „Ameisen sind doch immer in einer Gruppe unterwegs. Darum müssen Menschen, die wirklich einsam sind, immer an Ameisen denken.“
Fazit: Interessant, vielversprechend und individuell – das sind die dieses Album am adäquatesten bezeichnenden Attribute. Dem ungeachtet kann man es wohl nur als Vorstufe zu Größerem ansehen, denn die offensichtlichen Stärken lassen noch sehr viel mehr erhoffen. An Kritik ließe sich höchsten anbringen, dass eine ersichtlichere innere Kohärenz die Wirkung der Musik noch optimieren würde. Zu einer Abwertung jedoch trägt dieser nur subjektiv empfundene Eindruck nicht bei.

(8/10) in Worte gefasst von M.H.

 

Review: English Version
Independent and atmospheric, this is how the new half-an-hour output of EgoNoir presents. Already the title suggests that BinZynisch, the solitary man behind this musical project, fosters other ambitions than falling for the blasphemous blessing of the horned one. And likewise, one doesn’t need to fear a pseudo-intellectual, enforced excursion to the chaotic mind of a young-philosopher. In fact, “A New Philosophical Thunder” sets a tightrope walk between obscure-sinister atmosphere and harsh, black-metallic coldness.
The title-track operates as introduction and on the one hand offers piano-parts underlined with wind- and rain-samples and on the other hand a swooshing, rather uncomfortable centrepiece featuring sluggish, choir-like chants. Two spoken inserts (equal to the following songs) are represented here as well and do their bit to spice up the mood.
The now up-lining three compositions virtually form the core of “A New Philosophical Thunder”. Although they can be different in their making, there are still certain common characteristics. First, it is the tempo rather kept in the middle to lower area of rhythm; second it is the vocal performance, which fundamentally changes between partially very high screaming and yon dark, swooshing and choir-like chant already mentioned. The likewise mentioned samples and foremost the keyboard, which here provides a fully essential service at the creation of an engrossed, insane atmosphere, are further fundamental ingredients.
Though, one of the three main-pieces shall be accented separately, for “In dunklen Hallen” is the most gloomy and haunting composition of this work. Getting along without any worth-mentioning extravagances, the Trias of chant, guitars and keyboard has the resources to arouse a nightmarish, surreal mood, which a quote from the related text matches accurately: „Starr und leblos sind jene Mauern / erbaut aus den Knochen der Alten/ [...] / Wie vergänglich erscheint alles Leben / wie ewig der Hass in diesen Hallen“ (engl. “Rigid and lifeless are these walls / built from the bones of the old / […] / How perishable seems all life / how eternal hatred in these halls”).
“A New Philosophical Thunder” is finalised with an ambient-track, which is amended by voice- and the already known thunder-samples once again. Close to the end, this is covered with an excerpt from Giuseppe Verdi’s opera “Nabucco”, and the recipient is being released with the disturbing words spoken by a young woman’s voice: „Ameisen sind doch immer in einer Gruppe unterwegs. Darum müssen Menschen, die wirklich einsam sind, immer an Ameisen denken.“ (engl. „Ants are always on the way in groups. This is why humans, which are really lonely, always think of ants.”)
Conclusion: Interesting, promising and individual – these are the most adequate attributes for this work. Nonetheless it can only be considered a pre-stage for greater art, since the obvious strengths make one looking forward to hearing much more. Concerning critique, it must be mentioned that a more apparent inner coherence would have optimised the effect of the music. However, this plane subjective impression doesn’t cause devaluation.

(8/10) translated by Frostkrieg