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Kerbenok - Auf Wilden Pfaden / Im Einklang Der Gewalten

Band: Kerbenok Title: Auf Wilden Pfaden / Im Einklang Der Gewalten Year: 2004
Format: Handmade DigiPak (limited to 150 handnumbered copies) Label: Selfproduced
Style: Expressive & Traditional Black Metal

 

Review: German Version
Definitiv unterschätzt hat man seit jeher die Wittenborner Nordlichter Kerbenok. Unerklärlich scheint es da einem, wenn man nur einen der hiesig gleich doppelt enthaltenen Tonträger belauscht, dass wirklich niemand vor dem Erscheinen von „Der Erde Entwachsen“, welches sich nun in den großen Händen von Northern Silence wiegt, den Gedanken gefasst hat, die bis ins Mark naturverbundene Musik des Trios auf eine würdige und repräsentative Stufe zu heben.
Jede einzelne Komposition beider Alben – den Begriff „Demos“ möchte ich bewusst ausklammern, da dieser hier schlichtweg entehrend wirkt – trägt sie in sich, diese Kraft, die zweifelsohne von tiefer Hingabe zeugt und dabei derart authentische Züge offenbart, dass man ernsthafte Mühe hat, sich in Sachen konzeptionelle Umsetzung (Konzept: Natur) ein musikalisches Äquivalent zu erdenken. Denn entgegen dem Verständnis von uns umringender, natürlicher Welt vieler, beispielsweise, Pagan-Bands schöpfen Kerbenok zwar aus derselben Quelle, finden dafür aber einen absolut fantastischen Ausdruck, der fernab von musikalischem Kitsch zum Sprießen kommt. Ergo zitiert man die Macht der Gewalten mit spielerischer Finesse und bisweilen gar boshafter Aura; tosende und schnelle Rhythmen rasen gleich einem Sturm voran, der Gesamtklang bietet sich höhenbetont, differenziert und zugleich schnittig und aggressiv dar – alles andere als Schöngesang. Dennoch bleiben selbstredend auch die thematisch gesehen schon obligatorischen Akustikeinlagen nicht aus. Jene sind jedoch bedacht dezent gehalten, nehmen also nicht Überhand und kommen ihrem eigentlichen Nutzen als ruhige Übergangsvariante mit lieblicher, wenn auch manchmal etwas fremdartiger, weil irgendwo latent obskurer Manier nach. Ferner führt es für den Ersthörer allerdings zur Verwunderung, wenn er hiesige Klänge mit „Pagan Black Metal“ assoziieren soll – das Gros diverser Informationsgeber behauptet nämlich, Kerbenok dergestalt zuordnen zu müssen. Entgegen dessen strebt hier aber alles andere gen Gehör als die zuweilen gar belächelnswerten Allüren selbsternannter Pseudo-Heiden. Denn einerseits wurzeln die Texte im subjektiven Empfinden und Begreifen der Natur, sind also keineswegs mythologisch (eher philosophisch), und andererseits operiert man fern von melodisch-schmalzigem Geträller, klingt vielmehr nach purem - dem traditionellen - Black Metal. Zwar wirken aufseiten von „Auf Wilden Pfaden“ auch zahlreiche Elemente benachbarter Spielarten wie zum Beispiel Thrash beziehungsweise Death. Doch fügen sich diese unerwartet gut in die ansonsten schwarzen Strukturen ein, prägen die Expression mit weiteren Akzenten, die die Vertonung natureller Erhabenheit zusätzlich bestärken, und binden letztendlich auch den Hörer mit enormer Intensität an jenen Gedanken, der den Menschen als Devoten der Natur projiziert.
Und dabei ist es eben nicht diese Deskription der von ihr hervorgebrachten Formen, Farben und Launen. Kerbenok zeigt mit Bissigkeit und unerwarteter Härte sowie hypnotischem Ausdruck, wie intensiv und machtvoll die Größe alles Nicht-Menschlichen sein kann. Ein Unding, dass diese zwei Meisterwerke immer noch auf den Namen Demo hören!

(10/10) in Worte gefasst von Frostkrieg

 

Review: English Version
All times, one underrated the Wittenborn north-lights Kerbenok. It seems inexplicably, when one just eavesdrops the here right doubly contained releases, that before the appearance of “Der Erde Entwachsen”, which now cradles in the big hands of Northern Silence, really nobody grasped the thought of heaving the to the bones close to nature music of the trio upon a worthy and representative level.
Every single composition of both albums – I want to leave out the term “demos” consciously, because yon has simply got a dishonouring effect – holds it, this power, which without doubt attests to deepest devotion and thereby reveals a suchlike authentic character that one as listener is seriously at pains to imagine a musical equivalent re conceptual conversion (concept: nature). Because, contrary to the understanding of the natural world surrounding us of many, for example, Pagan-bands Kerbenok draw from the same source, indeed, but therefore find an absolutely fantastic expression, which sprouts far beyond musical kitsch. Ergo, one quotes the might of elements with playful finesse and sometimes even invidious aura; roaring and fast rhythms rush forward like a thundering storm, the entire-sound presents highs-accented, differentiated and at the same time rakish and aggressive – everything else than beauty-chanting. Anyhow, without question, the thematically viewed already obligatory acoustic-inserts don’t fail to appear. Though, those are kept thoughtfully discrete, so don’t take the upper hand and stay close to their actual use as calm change-over-variant in lovely, if even sometimes somewhat strange, because anywhere latently obscure manner. Furthermore, it’s otherwise a bit confusing for first-listeners, when those are wanted to associated the current sounds with “Pagan Black Metal” – namely, the gross of diverse information-sources maintains having to categorise Kerbenok this way. But, contrary to this here everything else quests towards the ears than the sometimes even worth-ridiculing allures of self-styled pseudo-heathens. Because, on the one hand the lyrics root in subjective sensation and understanding of nature, so are mythological in no way (rather philosophical), and on the other hand one operates far from melodic-drippy lilting, in fact sounds like pure – traditional – Black Metal. Indeed, for the part of “Auf Wilden Pfaden” also numerous elements of neighboured genres such as Thrash respectively Death take effect. But, these insert unexpectedly good into the otherwise black structures, coin the expression with further accents, which encourage the recording of natural augustness additionally, and with enormous intensity finally even tie the listener to yon thought, which projects man as slave of nature.
And thereby it even isn’t this description of the by mother earth created forms, colours and allures. Kerbenok shows with bitingness and unexpected heaviness as well as hypnotic expression how intensive and mighty the grandeur of all inhuman things can be. It’s an absurdity that these two masterpieces still answer to the name of Demo.

(10/10) translated by Frostkrieg